Houskapreis 2016: B&C Privatstiftung präsentiert Nominierte für Österreichs „Forschungs-Oscar“

Das Rennen um Österreichs begehrteste Forschungstrophäe geht in die elfte Runde. Mit einer Dotierung von insgesamt 400.000 Euro gilt der von der B&C Privatstiftung gegründete Houskapreis als größter privater Forschungsförderungspreis Österreichs. Jetzt gab die Fachjury die zehn nominierten Projekte bekannt. Zum ersten Mal richtete sich die Ausschreibung heuer neben Universitäten auch an KMU. Vier der nominierten Forschungsprojekte stammen aus Wien, drei aus der Steiermark, zwei aus Kärnten und eines aus dem Burgenland. Die Gewinner werden im Rahmen einer feierlichen Gala am 28. April 2016 in Wien präsentiert.

Mit dem Ziel der Förderung wirtschaftsnaher Forschung am Standort Österreich prämiert die B&C Privatstiftung mit dem Houskapreis seit nunmehr elf Jahren die besten heimischen Forschungsprojekte. Heuer präsentiert sich der Houskapreis mit einer wesentlichen Neuerung: Zum ersten Mal konnten neben universitären Forschungseinrichtungen auch KMU in einer separaten Kategorie forschungsrelevante Projekte einreichen.

„Forschung und Innovation sind die wegweisenden Triebkräfte der österreichischen Wirtschaft. Ziel des Houskapreises 2016 ist es, neben der universitären Forschung auch die Forschungsinitiativen heimischer Klein- und Mittelbetriebe zu fördern, da diese zu den wichtigsten Impulsgebern der heimischen Industrie zählen“, so Erich Hampel, Vorstandsvorsitzender der B&C Privatstiftung.

Auch heuer konnte sich die B&C Privatstiftung über eine hohe Anzahl an Einreichungen aus diversen Wissenschaftsdisziplinen freuen. Im Rahmen der Gala am 28. April erhalten die Erstplatzierten aus den beiden Kategorien jeweils 150.000 Euro Preisgeld, die Plätze zwei bis fünf sind mit je 10.000 Euro dotiert. Darüber hinaus findet heuer erstmalig ein Live-Publikumsvoting statt, dessen Gewinner pro Kategorie zusätzlich zum Preisgeld je 10.000 Euro erhalten.

Unter den zehn Nominierten befinden sich jeweils fünf Universitäten und KMU aus insgesamt vier Bundesländern. Die Nominierten für den Houskapreis 2016 der B&C Privatstiftung sind:

Kategorie „Universitäre Forschung“ (Reihung alphabetisch nach Projektleitung)

Karl-Franzens-Universität Graz, Projektleitung Ass. Prof. Toma Glasnov:
Die Durchflusschemie ist ein hochaktuelles Gebiet der organischen Chemie, welches sowohl akademische Labors als auch Forscher und Anwender der chemischen Industrie derzeit stark beschäftigt. Anstatt in den bisher üblichen Reaktionskesseln sollen sich Reagenzien beim Fließen durch enge Rohre mischen und so bessere Ausbeuten und bessere Selektivitäten erzielt werden. Dieses Verfahren bietet einen ökologischeren Ansatz, da es mit deutlich weniger Lösungsmitteln und unter großer Energieersparnis durchgeführt werden kann, weil z. B. die aufwändige Kühlung wegfällt.

Universität für Bodenkultur Wien (BOKU), Projektleitung Prof. Rainer Hahn: Derzeit wird in der industriellen Praxis die Reinigung pharmazeutischer Proteine hauptsächlich durch chromatographische Methoden durchgeführt. Die BOKU Wien überzeugte die Fachjury mit der Herstellung neuartiger Mikropartikel, die das Aufarbeitungs- und Reinigungsverfahren pharmazeutischer Proteine im Hinblick auf Kosten und Zeit deutlich optimieren.

Montanuniversität Leoben, Projektleitung Ass. Prof. Stefan Pogatscher: Die steirische Universität geht mit einem Projekt zur Manipulation der Härtungskinetik von Aluminium für Transport und Verkehr an den Start. Dem Forscherteam ist es gelungen, die atomaren Vorgänge in der Frühphase der Aushärtung von Aluminiumlegierungen grundlegend zu beschreiben und daraus ein neues Legierungsdesign abzuleiten. So konnte eine neue thermische Behandlung zur maßgeblichen Verkürzung der Wärmebehandlungszeit und Verbesserung der Materialeigenschaften erarbeitet und in die betriebliche Praxis umgesetzt werden.

Alpen-Adria-Universität Klagenfurt, Projektleitung Assoc. Prof. Christian Timmerer: Die rasant wachsende Nutzung von Video-Streaming führt zu einer Überlastung der Netzwerkleitungen. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler entwickelten ein Softwaretool mit einem ausgeklügelten Algorithmus, der das effiziente Wechseln zwischen verschiedenen Qualitätsstufen der Videoübertragung ermöglicht und so eine einwandfreie Übertragung garantiert.

Technische Universität Wien, Projektleitung Dr. Markus Vincze: Mit HOBBIT wurde der weltweit erste Roboter entwickelt, der älteren Personen hilft, die alltäglichen Handgriffe zu Hause zu bewältigen. Während ähnliche Roboter mit fixen Aufgaben in Wohnungen getestet wurden, setzt HOBBIT auf ein Konzept der gegenseitigen Hilfe, d.h. die Benutzer können dem Roboter helfen, während ihnen der Roboter hilft. Dank Touchscreen, Spracheingabe und Gestenerkennung wird die Benutzung auch von Personen ohne Computererfahrung als sehr einfach empfunden.


Kategorie „Forschung & Entwicklung in KMU“ (Reihung alphabetisch nach Firmenname)

Lightglass Technology GmbH, Wien: Das Wiener Unternehmen entwickelte Glas von einem Baustoff zu einer Applikation mit Funktionen und Eigenschaften für die internationale Industrie weiter. Mit visionären Smart Glass-Technologien wird eine Fusion von Glas und Licht ermöglicht, wie z. B. selbstleuchtendes Glas in Tageslichtqualität und Glas mit integrierten technischen Modulen.

Marinomed Biotechnologie GmbH, Wien: Erkältungen sind die häufigsten Infektionskrankheiten des Menschen. Verantwortlich dafür ist eine Reihe von strukturell sehr unterschiedlichen Viren, was die Entwicklung von Impfstoffen bisher schwierig machte. Das Wiener Biotechnologie-Unternehmen entwickelte eine wirksame Therapie gegen Schnupfen und grippale Infekte. Der innovative Inhaltsstoff aus Rotalgen wirkt gezielt gegen Viren, die die Atemwege infizieren.

METTOP GmbH, Steiermark: Die neu entwickelte revolutionäre Kühltechnologie verhindert die Explosionsgefahr bei Kühlvorgängen in der Metallurgie. Anstelle von Wasser, das im Falle einer Leckage des Kühlsystems zu einer gewaltigen Explosion führen kann, wird im neuen System eine ionische Flüssigkeit eingesetzt. Diese zersetzt sich in ihre Bestandteile und wehrt so die Explosionsgefahr gezielt ab.

Ortner Reinraumtechnik GmbH, Kärnten: Die Forschungsergebnisse ermöglichen ein Verfahren zur gefahrenlosen Desinfektion bekleideter Personen. Somit ist das Wechseln von Arbeits- und Schutzkleidung in Hochsicherheitszonen nicht mehr nötig. Dies ist zum Beispiel im Kampf gegen hochresistente Keime im klinischen Bereich von hoher Relevanz. Ein Projektergebnis ist die Personenluftdusche mit photodynamischer Desinfektion.

Sonnenerde – Gerald Dunst Kulturerden GmbH, Burgenland: Mittels eines innovativen Verfahrens wird die Kohlenstoffspeicherung in Böden und Substraten ermöglicht und somit der Kohlestoffgehalt der Atmosphäre reduziert. Sonnenerde entwickelte die weltweit erste Pflanzenkohle-Produktionsanlage, die aus betrieblichen Abfällen diese hochwertige Kohle herstellt.


Fotodownload der Houskapreis-Trophäe unter Pressebilder auf: http://www.bcholding.at/houskapreis/houskapreis-pressebereich


Über die Forschungsförderung der B&C Privatstiftung
Die B&C Privatstiftung setzt sich ihrem Stiftungszweck „Förderung des österreichischen Unternehmertums“ entsprechend auch für verbesserte finanzielle Grundlagen für Innovation und Forschung in Österreich ein. Seit 2005 verleiht die B&C Privatstiftung den Houskapreis (www.houskapreis.at), der mit einer Dotierung von 400.000 Euro Österreichs größter privater Preis für wirtschaftsnahe Forschungsprojekte ist. Der Houskapreis wird in den Kategorien „Universitäre Forschung“ und „Forschung & Entwicklung in KMU“ vergeben. Seit diesem Jahr baut die B&C mit dem neuen „Bildungspreis der B&C Privatstiftung“ ihr Engagement weiter aus und fördert zudem die zukunftsgerichtete Forschungsvermittlung in Bildungseinrichtungen. (www.bcprivatstiftung.at/bildungspreis).

Über die B&C Gruppe
Seit ihrer Gründung vor 15 Jahren verfolgt die B&C Privatstiftung (www.bcprivatstiftung.at) das Ziel der langfristigen Förderung des österreichischen Unternehmertums und des Wirtschaftsstandortes Österreich. Mittels der B&C Industrieholding (www.bcholding.at) übernimmt die B&C die Aufgaben eines langfristigen, stabilen Kernaktionärs in österreichischen Industrieunternehmen. Sie übt ihre Aktionärsrechte verantwortungsvoll im Interesse des jeweiligen Unternehmens aus und gibt den Unternehmen damit langfristige Planungssicherheit und eine stabile Eigentümerstruktur. Die B&C leistet so einen wesentlichen Beitrag zum unternehmerischen Erfolg ihrer Kernbeteiligungen und fördert den Wirtschaftsstandort Österreich. Die B&C Gruppe hält derzeit Mehrheitsbeteiligungen an der Lenzing AG, der Semperit AG sowie der AMAG Austria Metall AG.


Rückfragehinweis:
The Skills Group (www.skills.at)
Verena Wahlandt, Jürgen Gangoly, 
E-Mail: wahlandt@skills.at, Tel.: 01/505 26 25-27

B&C Gruppe (www.bcholding.at)
Dr. Mariella Schurz
E-Mail: m.schurz@bcholding.at, Tel.: 01/53 101-208