Buchpräsentation: Paradoxon der Unternehmensentwicklung „Chaos schlägt Perfektion“

v.l.n.r. Georg Kopetz (TTTech), Dr. Hanno M. Bästlein (B&C Industrieholding), Mag. Michaela Novak-Chaid (HP Austria), Prof. Robert A. Burgelman (Stanford University), Mag. Thomas Zimpfer (B&C Innovation Investments), ©B&C/APA Fotoservice/Roßboth

v.l.n.r. Georg Kopetz (TTTech), Dr. Hanno M. Bästlein (B&C Industrieholding), Mag. Michaela Novak-Chaid (HP Austria), Prof. Robert A. Burgelman (Stanford University), Mag. Thomas Zimpfer (B&C Innovation Investments), ©B&C/APA Fotoservice/Roßboth

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Expertengespräch mit Stanford-Prof. Robert A. Burgelman über strategische Führung

Paradoxon der Unternehmensentwicklung „Chaos schlägt Perfektion“

 

„Becoming Hewlett Packard – Why Strategic Leadership Matters“ ist der neue praktische Leitfaden und theoretische Grundlage für Unternehmensführung von Robert A. Burgelman, Professor für Management an der Stanford University. In seinem Buch untersucht er die Rolle von Konzernleitungen in der Unternehmensentwicklung am Beispiel des US-amerikanischen Konzerns Hewlett Packard. Auf Einladung der B&C-Gruppe gemeinsam mit TTTech und HP Austria präsentierte Prof. Burgelman am 23. Mai 2017 sein Buch in Wien und diskutierte mit den Gastgebern über seine Theorie zur Entstehung von Organisationen. Etwa 60 Entscheidungsträger aus der Wirtschaft folgten der Einladung in das prunkvolle Foyer des Wiener Palais Ephrussi.

 

Wien, 24. Mai 2017 – Bill Hewlett und Dave Packard, die Gründer des PC- und Druckerherstellers Hewlett Packard (heute: HP Inc. und Hewlett Packard Enterprise), haben das Modell des Silicon Valley-Start-ups erfunden und damit einen Prozess der Unternehmensentstehung („corporate becoming“) in Gang gesetzt, der seitdem dauerhaft anhält. Während einige Unternehmen technologischen und wirtschaftlichen Umbrüchen nicht standhalten konnten, gelang es dem Konzern bis heute, sich erfolgreich am Markt zu behaupten.

 

Die langjährige Geschichte dieses Konzerns war Grundlage für die Forschungsarbeit von Prof. Robert A. Burgelman und seinen Co-Autoren Webb McKinney, ehemals leitender Manager bei HP, sowie Strategie-Experte Philip E. Maza für das Buch „Becoming Hewlett Packard – Why Strategic Leadership Matters“. Auf Einladung der B&C-Gruppe, TTTech und HP Austria präsentierte und diskutierte Prof. Robert A. Burgelman seine Erkenntnisse vor einem ausgewählten Publikum von Führungskräften in Wien.

 

Paradoxon der Unternehmensentwicklung „Chaos schlägt Perfektion“

Das Autorenteam untersuchte mehr als 15 Jahre lang die Entwicklung des Unternehmens HP und die unterschiedlichen strategischen Ausrichtungen der CEOs. Die Untersuchungen ergaben dabei mehrere Erkenntnisse, die sich zu einer dynamischen Theorie des strategischen Managements zusammenfügen, beispielsweise das Paradoxon der Unternehmensentwicklung „Chaos schlägt Perfektion“ (original: „Messy Beats Perfection“). Unternehmen, die starr an ihrer dominanten Marktposition festhalten, haben langfristig weniger Chancen erfolgreich zu sein, als jene, die flexibel agieren. Weiters sind nachfolgende CEOs gezwungen, sich mit strategischen Herausforderungen der Vorgänger auseinandersetzen und gleichzeitig einen neuen Kurs einzuschlagen.

 

Mag. Michaela Novak-Chaid, Geschäftsführerin von HP Austria GmbH, über die bewegte Geschichte von Hewlett Packard: „Die Teilung in HP Inc. und Hewlett Packard Enterprise hat beide Unternehmen gestärkt. Die klare Ausrichtung auf Kernmärkte erlaubt eine gezieltere Kundenansprache und fokussierte Produkt- und Serviceangebote. Das verbindende Element ist nach wie vor die Unternehmenskultur, die sich seit der Gründung von Hewlett Packard wie ein roter Faden durch ihre Geschichte zieht: Sie beruht auf Vertrauen, Respekt und dem Wissen, dass erfolgreiche Teams aus den besten Fachleute bestehen – unabhängig von Herkunft, Nationalität und Geschlecht.“

 

Georg Kopetz, Vorstandsmitglied der TTTech Computertechnik AG, betonte in der Expertendiskussion, dass für eine erfolgreiche strategische Unternehmenssteuerung die Anpassungsfähigkeit an die Veränderungsdynamik der externen Marktbedingungen zentral sei: „Durch die fortschreitende Digitalisierung werden auch viele traditionelle Industriebranchen, die bisher nur langsame Veränderungsprozesse erlebt haben, stark beschleunigt. Entscheidend für die Auswahl der passenden Strategie ist, die Führungskultur im Sinne einer ‚constructive confrontation‘ so weiterzuentwickeln, dass wir die Umbrüche am Markt intern sehr kritisch hinterfragen, Entscheidungen 'erkämpfen' und entsprechend abgestimmt agieren. Die Herausforderung ist es, sich im Falle eines abzeichnenden kritischen Marktumbruchs schnell als Unternehmen wieder neu zu erfinden, indem man wichtige Technologie- und Markttrends frühzeitig erkennt und dementsprechende Entscheidungen umsetzt.  Entscheidend für das Scaling, also für das Wachstum ist es, eine Strategie zu entwickeln, in der auch langfristige Unternehmenswerte – so zum Beispiel Bekenntnis zum Standort oder Know-how der Belegschaft – jüngeren Führungsgenerationen vermittelt werden.“

 

Dr. Hanno Bästlein, Mitglied des Aufsichtsrats der B&C Industrieholding und Vorstandsmitglied des Stanford Club of Germany: „Für die B&C-Gruppe als eine der führenden Beteiligungsholdings Österreichs ist die strategische Unternehmensführung essenziell für den langfristigen Erfolg der Kernbeteiligungen. Prof. Burgelman und seine Co-Autoren haben mit diesem Buch einen bedeutenden Beitrag zum modernen Verständnis von Unternehmensführung geleistet. Die neue Definition der Rolle von Führungskräften und Vorständen sowie die im Wandel befindliche Identität von Organisationen sind besonders wertvolle Erkenntnisse – nicht nur für Unternehmensgründer, sondern auch für erfahrene Führungskräfte.“

 

Über Prof. Robert A. Burgelman

Prof. Dr. Robert A. Burgelman ist Edmund W. Littlefield Professor für Management an der Stanford Business School und leitete das Stanford Executive Program. Er ist Mitglied der Strategic Management Society und der Academy of Management sowie Berater für globale Unternehmen. Prof. Burgelmans Forschungstätigkeit konzentriert sich auf die Bedeutung der Strategiefindung für die Unternehmensentwicklung.

 

Fotodownload zur Veranstaltung: http://www.apa-fotoservice.at/galerie/9439

Copyright: B&C/APA-Fotoservice/Roßboth

 

Über HP

HP Inc. entwickelt Technologien, die das Leben überall und für jeden verbessern. Mit dem Portfolio von Druckern, PCs, mobilen Endgeräten, Lösungen und Services, ermöglicht HP außergewöhnliche Anwendungserlebnisse. Weitere Informationen über HP (NYSE: HPQ) finden Sie unter http://www.hp.com.

 

Über TTTech Computertechnik AG

TTTech ist weltweiter Technologieführer im Bereich robuste Vernetzung und Sicherheitssteuerungen. Lösungen von TTTech verbessern die Sicherheit und Zuverlässigkeit elektronischer Systeme in der Industrie- und Transportbranche mit einem Produktportfolio, das dazu beiträgt Industrie 4.0 und autonomes Fahren zu realisieren. Das Unternehmen wurde 1998 als Spin-Off der Technischen Universität Wien, basierend auf 35 Jahren Forschung in Europa und den USA, gegründet. Heute hat TTTech Niederlassungen in zehn Ländern und weltweit mehr als 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

 

Produkte von TTTech ermöglichen dank einer bewährten Plattform-basierten Architektur einfache Systemintegration mit kürzerer Time-to-Market sowie signifikante Kostenreduktionen für Kunden. Darüber hinaus unterstützen die Lösungen von TTTech hoch skalierbare und modulare offenen Echtzeitarchitekturen basierend auf Deterministischem Ethernet. Dies beinhaltet auch den kommenden IEEE TSN und den etablierten SAE Time-Triggered Ethernet Standard.

 

Weitere Informationen zu TTTech erhalten Sie unter https://www.tttech.com

 

Über die B&C-Gruppe

Seit ihrer Gründung im Dezember 2000 verfolgt die B&C Privatstiftung (www.bcprivatstiftung.at) das Ziel der Förderung des österreichischen Unternehmertums und des Wirtschaftsstandortes Österreich. Über ihre Holdinggesellschaften (www.bcholding.at) nimmt die B&C die Aufgaben eines stabilen Kernaktionärs in österreichischen Industrieunternehmen wahr. Sie übt ihre Aktionärsrechte im Interesse des jeweiligen Unternehmens aus und gibt den Unternehmen damit langfristige Planungssicherheit und eine stabile Eigentümerstruktur. Die B&C leistet so einen wesentlichen Beitrag zum unternehmerischen Erfolg ihrer Kernbeteiligungen. Die B&C-Gruppe hält derzeit Mehrheitsbeteiligungen an der Lenzing AG, der Semperit AG sowie der AMAG Austria Metall AG.